Rolli Projekt

Jetziger Stand der Technik

Skizze der Schwerkraftlinien

Menschen, die im Rollstuhl sitzen, werden bislang dorsal abgestützt (mit einer Rückenlehne).

Die Unterstützungsfläche ist klein, der Druck auf das Gesäß hoch (Die Schwerkraft-Linien von Kopf (1.), Armen (2.) und Rumpf (3.) finden sich gemeinsam im Becken zusammen).

Schwerkraft und Restreaktionen nicht ausreichend gehemmter frühkindlicher Reflexe beeinträchtigen das ökonomische Sitzen. Typisch ist ab einer bestimmtem muskulären Hypotonie, dass der Kopf nicht gehalten werden kann und zur Seite oder nach hinten fällt. Dann wirkt das Gewicht des Kopfes auf die Wirbelsäule schädlich. Die Restreaktionen werden dabei sogar noch verstärkt.

Die Reklination (nach Hinten fallen/ führen) des Kopfes entsteht dabei überdurchschnittlich häufig, wodurch Schlucken und Atmen erschwert werden. Die Kinder verschlucken sich häufiger und die Atmung wird flacher. Durch beides entstehen häufige und vielfach auch schwere Atemwegs-infekte bis hin zu lebens-bedrohenden Lungenentzündungen.

Vorteile ventral gestützter Sitzposition

Die Schwerkraftlinien von Kopf, Armen und Rumpf fallen nicht mehr im Becken/Gesäß zusammen sondern verteilen sich parallel auf eine deutlich größere Fläche. Das Gewicht wird vorher von Lehnen / Stützen aufgefangen. Die Schwerkraft, die auf Extremitäten sowie den Kopf wirkt, wird dabei separat getragen, sodass pathologischer Zug auf die Wirbelsäule vermieden wird.

Restreaktionen der frühkindlichen Reflexe der Beeinträchtigten werden dabei im Gegensatz zu herkömmlichen Rollstühlen gehemmt, sodass sich die soziale Teilhabe der Betroffenen im Stuhl nicht nachteilig auf Ihre gesundheitliche Situation auswirkt, sondern diese verbessert.

Durch entsprechende Positionierung der Arme, das Nach-vorne-Lehnen des Rumpfes und die dadurch bestmögliche Aufrichtung des Körpers ist eine verbesserte Lungenbelüftung möglich. Die in dieser Position besonders gut aktivierbare Atemhilfsmuskulatur verstärkt diesen Effekt noch zusätzlich. Ebenso wird das übliche Zusammensacken in der sitzenden Position vermieden, was eine zunehmende Verkrümmung der Wirbelsäule mit weiter eingeschränkter Atemmechanik verhindert. Speichel und Schleim, der sich immer bildet, kann ablaufen, statt sich im Rachen zu sammeln und dort die Atmung noch weiter zu behindern oder gar in die Lunge zu laufen.

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